Namensschild

Kleine Geste, große Wirkung – Sind Namensschilder out?

Im Alltag der Kreuzfahrtindustrie ein Automatismus: Morgens aufstehen, Uniform anziehen, Namensschild anbringen. Meistens jedenfalls 😉

Und wenn man das kleine Schild dann doch mal vergessen hat? Dann schaut man sich in jeder Reflexion an und überlegt: “Irgendwas ist heute anders…” – bis ein Kollege Dich netterweise darauf hinweist.

Neue Konzepte in der Hotellerie verpönen das Namensschild und schaffen eine “100% name-badge-free-zone“. Der Gedanke dahinter ist, dass sich Gäste damit mehr zu Hause fühlen und Mitarbeiter aus der “Ich arbeite hier, also muss ich dir ja helfen“-Falle heraus gelockt werden, um echten, unverfälschten Service zu liefern.

Während meiner Zeit in der Kreuzfahrt konnte ich dem Namensschild eigentlich nur Positives abgewinnen. Als eher introvertierte Person ist es so viel leichter, mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Neben unserem Namen und unserer Position stand ebenfalls immer unser Herkunftsland darauf und das sorgte direkt für einen kurzen Austausch, sowohl mit Gästen als auch mit Crew.

Davon abgesehen haben Namensschilder noch eine ganze Reihe anderer Vorzüge:

Kundenservice

Menschen sprechen gern mit Menschen. Klingt banal, ist richtig eingesetzt aber sehr wirkungsvoll. Wie bereits im letzten Artikel besprochen, kann es einen großen Unterschied machen, wenn Du Kunden oder Gäste direkt mit ihrem Namen ansprichst. Umgekehrt ist genauso. Wenn Gäste jemanden mit Namen ansprechen können, fühlen sie sich sicherer. Sie haben dann direkt einen Ansprechpartner um ihr Anliegen oder ihr Feedback loszuwerden. Das gibt dem Unternehmen einen freundlichen, zugänglichen Ruf und kann die Customer Satisfaction stark beeinflussen.

Verantwortlichkeit

Namensschilder ermöglichen es, sowohl Kritik als auch Lob schnell an die richtige Person heranzutragen.

Kundenbeschwerden, die sich auf anonyme Personen beziehen, lassen sich nur schwer wieder gut machen und noch schwieriger beim nächsten Mal vermeiden. Hat man jedoch einen Namen, so kann man das Problem viel gezielter angehen. Zudem können sich Angestellte mit auffälligem Verhalten nicht hinter der breiten Masse des Unternehmens verstecken und können für ihre Handlungen direkt zur Rechenschaft gezogen werden. Das hindert die Meisten schon daran, z.B. den Gästen gegenüber unfreundlich zu werden.Andersherum funktioniert es aber genauso gut. Wir waren im Customer Service stets bestrebt, den Gast unseren Namen wissen zu lassen um in Umfragen positiv erwähnt zu werden.

Wiedererkennbarkeit

Mit Namensschildern lässt sich die Corporate Identity stärken. Je öfter ein Logo zu sehen ist, desto mehr prägt es sich ein und wo wäre das besser angebracht, als auf den Repräsentanten des Unternehmens?Ein Mitarbeiter, der stolz sein Namensschild trägt, ist ein ideales und kostengünstiges Marketingmittel.

Sicherheit

Dass ein Mechaniker aus dem Maschinenraum in der frisch gereinigten Bordküche wenig zu suchen hat, klingt logisch. Bei der Vielzahl an Crew kann man aber nicht immer genau sagen, wer wohin gehört. Ein Namensschild kann da Abhilfe schaffen und versichern, dass sich jeder auch wirklich nur dort aufhält, wo er sein sollte. Auch verirrte Gäste im Crew Bereich lassen sich so leicht identifizieren.

Kommunikation

Wie bereits oben beschrieben, kann ein Namensschild helfen, ein Gespräch in Gang zu bringen. Ich kann gar nicht zählen, mit wie vielen US-Veteranen ich ins Gespräch gekommen bin über ihre Stationierung in Deutschland. Und nach diesem ersten Small-Talk kamen die Gäste oft fast täglich zu mir, einfach um sich zu unterhalten und über ihren Tagesausflug zu berichten. Das schaffte ein tolles Gefühl und zufriedene Menschen, die gerne wieder auf eine Kreuzfahrt kommen.Auch unter der Crew ist ein Namensschild eine Riesenhilfe. Besonders wenn man neu dabei ist und sich nicht richtig traut, auf andere zu zu gehen. Schon mal den Namen des Gegenübers zu kennen, bricht schnell das Eis.

PS: Auf die Vorzüge des Namensschilds für Abteilungsleiter mit leichter “Namens-Amnesie” gehen wir am Besten gar nicht erst ein. 😉

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