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Management by Walking Around – sichtbar sein als Manager

Wir starten heute direkt mit einem Beispiel aus meiner Zeit als Bar Managerin: Jeden Abend, etwa gegen 7 Uhr (je nach Tagesplanung) machte ich mich auf einen kleinen Rundgang durch die jeweiligen Bars an Bord. Zu dieser Zeit fand zumeist das Abendprogramm statt: Aufführungen im Theater, Cocktailmusik, Game Shows,… und die Bars waren dementsprechend gut gefüllt, die Barkeeper und Kellner schwer beschäftigt.  Auf meinem damaligen Schiff gab es 17 Bars, davon waren abends bis auf 2 alle geöffnet inklusive der Crew Bar. Man ist also eine Weile unterwegs.

Das tat ich natürlich nicht nur, um mich mal von meinem Bürostuhl zu bewegen – obwohl das ein netter Nebeneffekt ist. An jedem Outlet stoppte ich kurz und verschaffte mir einen Überblick. War nichts los? Konnte ich die Bar schließen und das Personal auf stärker frequentierte Bereiche verteilen? Kamen die Barkeeper gut zurecht? Fehlte noch irgendetwas an Zutaten, weil plötzlich auf einmal alle Mojitos drinken wollten?

Ich hatte natürlich auch Teamleiter für solche Aufgaben und wollte diesen auch gar nicht ins Gehege kommen, allerdings habe ich schon früh gelernt, dass eine der wichtigsten Manager-Eigenschaften die Sichtbarkeit sein sollte.

Warum wirkt sich Sichtbarkeit so stark auf das Team aus?

Sichtbarkeit verschafft Respekt

Sinn und Zweck ist es dabei nicht, Deinem Team Angst einzuflößen, dass jederzeit der Manager um die Ecke kommen könnte oder sie ständig zu überwachen, sondern einfach zu zeigen: “Hey, ich bin da. Sprich mich an, wenn es Probleme gibt.” Außerdem gewinnt das Team automatisch Respekt vor Dir, denn sie sehen, Du beteiligst Dich aktiv am Front of House Geschehen.

Du baust eine Verbindung zum Team auf

An ruhigeren Abenden steht man oft am Bar Counter und kann sich so auch mal ganz ungezwungen mit den Bar Keepern und Kellnern unterhalten, Du erfährst wie ihr Tag war und manchmal auch was ihnen auf der Seele brennt. Damit gibst Du Deinem Team die Möglichkeit, Dich besser kennenzulernen und Dir zu vertrauen, ein wichtiger Faktor wenn es in einer so agilen Umgebung darum geht, schnelle Entscheidungen zu treffen und von heute auf morgen neue Pläne umzusetzen.

Mit gutem Beispiel voran gehen

Ist gerade Land unter und die Tische voller leerer Gläser, weil die Kellner rennen um die bestehenden Gäste zu bedienen? Schnapp Dir ein Tablett und hilf ein wenig aus. Damit schaffst Du nicht nur einen guten Eindruck für neue Gäste sondern zeigt außerdem Deinem Team, dass Du Deine Arbeit kennst und es wertschätzt, was sie tagtäglich alles tun.

Die Gäste lieben es

So eine Offiziersuniform zieht sofort alle Augen auf sich und man kommt so ganz natürlich mit den Gästen ins Gespräch. Dabei habe ich nicht nur ganz wunderbare Menschen und ihre Geschichten kennengelernt, sondern konnte auch die ein oder andere Kritik entgegen nehmen können, die zur Prozess- und Serviceverbesserung geführt hat.Wer seine Kunden bzw. Gäste und ihre Vorlieben kennt, kann sein Produkt besser anpassen.

Open-Door-Policy

Neben den täglichen Rundgängen ist es zudem wichtig, Deine Bürotür für Deine Mitarbeiter stets offen zu halten. Lediglich bei Telefonaten oder Meetings machte ich meine Tür zu. Damit weiß das Team, dass sie jederzeit zu Dir kommen können. Und Mitarbeiter, die sich verstanden und respektiert fühlen, performen einfach besser.

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